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  • Emanuel Zangerle

Wintertraining das Früchte trägt


Der letzte Blogeintrag ist schon eine Weile her, genau genommen fast 4 Monate. da schloss ich gerade meine Saison mit einem spitze Ergebnis beim Epic Israel ab und ging in die wohlverdiente Pause. Seitdem ist es auf der Website still geworden, im Gegensatz zu meinem Wintertraining.


Ende Oktober schloss ich meine Grundausbildung bei dem Bundesheer ab und war nun für die nächsten 6 Monate Leistungssportler für das Österreichische Bundesheer. Jetzt war es vorbei mit all den Ausreden und Kompromissen. Jetzt galt nur noch eins, nutze diese 6 Monate. Somit startete ich motiviert in den ersten großen Block Training. Neben den Vorteilen als Leistungssportler sich beim Bundesheer nur noch auf seinen Sport konzentrieren zu müssen, bekam ich Anfang November auch noch einen Platz in dem Olympiazentrum für das nächste Jahr. Jetzt konnte auch im Krafttraining gezielt an Defizite gearbeitet werden. Es war mit Sicherheit einer der wertvollsten Umstellungen für die neue Saison.


Eines der Ziele die ich mir für diese 6 Monate gesetzt habe, ist soviel Zeit wie möglich auf dem Rad zu verbringen, da ich ja jetzt genügend Zeit hatte. So ging es Anfang Dezember mit dem Nationalteam in das erste Trainingslager auf Mallorca. Das Gefühl war nicht schlecht aber ich fühlte mich einfach nicht wohl auf dem Bike. ich versuchte mich nicht zusehr zu beunruhigen, wir hatten nämlich auch erst Dezember. Nach dem Trainingslager war es Zeit für ein paar Tage zuhause. Weihnachten stand vor der Tür aber von Schnee war zumindest im Tal weit und breit keine Spur. Somit bestätigte sich wieder einmal ..... der Klimawandel, vielleicht wer weiß das schon..... eigentlich wollte ich sagen, dass es zuhause doch am schönsten ist. Denn wo kann man am Vormittag eine Ski Tour gehen und am Nachmittag Trail fahren.


Im Jänner war es aber dann doch wieder an der Zeit, um in den Süden zufliegen, denn irgendwie vergehen die Stunden auf dem Rad unter der Sonne doch um einiges schneller. Frühstück, ein paar Kilometer abstrabeln, Kaffee und Kuchen, Abendessen - nicht schlecht, das Leben. Ok vielleicht waren es ein paar Kilometer mehr, denn sonst wäre der Speck nicht nur auf dem Teller geblieben.


Zuhause angekommen war es eigentlich gar nicht nötig den Koffer auszupacken den 1 1/2 Wochen später war es gleich noch-einmal Zeit die Insel aufzusuchen. Diesmal gab es statt Kaffee und Kuchen Intervalle... ok vielleicht auch beides. Auf jeden Fall war es nun an der Zeit den Körper langsam wieder auf Touren zu bringen. Das Gefühl war gut aber leichter wird es ja bekanntlich nie.


Zum Glück sind nur 5 Tage zuhause zu überbrücken bevor es nach Zypern ging. Dort fand das Cyprus Sunshine Epic statt, welches wir im Zweierteam für das österreichische Nationalteam bestreiten wollten. .......wollten? Unverhofft kommt oft! Nach gesundheitlichen Problemen von meinem Teamkollegen, trat dieser kurzfristig die Heimreise an. Was nun? So schnell noch Ersatz aufzutreiben schien unmöglich. Doch im letzten Moment, als ich mich eigentlich schon im Rennoffice abmelden wollte, fand sich ein neuer Partner.


Wie es der Zufall also wollte, stand ich am nächsten Tag mit meinem neuen Partner aus Rumänien am Start des Prologes in Zypern. 50 Minuten im anaeroben, roten oder wie auch immer man diesen bereich nennen möchte, auf jeden Fall 50 Minuten Vollgas. Hin und wieder musste ich mich sogar ein wenig bremsen, da die Zeit des zweiten Fahrers zählte und noch 3 harte Tage vor uns lagen. So ging ich motiviert und selbstbewusst in den 2. Tag.


Mit nur 62 km und 1550hm brauchte man keine Kräfte sparen und, das Tempo war von Anfang an extrem hoch. Die Topfahrer setzten sich schon in den ersten 30 Minuten ab. Schlussendlich war ich nach 2:30 im Ziel und das als 38. Zufrieden? Jein, viele internationale, starke Fahrer besetzten das Feld, somit war eine Top-Platzierung von vorne hinein schon unwahrscheinlich. Wenn ich meine Leistungen im nachhinein ansah, zahlte sich das Training über den Winter aus. Aber natürlich wünscht man sich immer einen Platz weiter vorne.


Mit mehr Trail, aber ähnlicher Länge startete die 3. Etappe, gleich wie die zweite, schnell. Nachdem ich mich in einer 10 köpfigen Verfolgergruppe befand, wurde auf den 1500 hm das Tempo solang verschärft, bis wir nur mehr zu dritt das Ziel erreichten. Als drittbester Österreicher konnte ich an diesem Tag durchaus mit meinem Ergebnis zufrieden sein.


Am letzten Tag stand dann die Königsdisziplin an, der Cross-Country. Auf dem selektivem Kurs musste ich schon früh mein eigenes Tempo fahren, die letzten drei Tage hatten sichtbar Spuren hinterlassen. Bis in die letzte Runde befanden wir uns dennoch auf dem 19. Platz der Gesamtwertung. Wieso nur bis in die letzte Runde? Nachdem mein Rad genug von den letzten 4 Tagen hatte, entschied es sich radikal für einen Rahmenbruch. Was erfolgreich bewirkte, dass es die letzten 6 Kilometer getragen bzw. geschoben werden durfte. Nicht so erfreulich war dies für unser Gesamtklassement, wodurch wir auf den 22. Platz zurückfielen.


Mit dem Rennen und meiner Leistung bin ich dennoch zufrieden. Das Wintertraining hat sich ausgezahlt und ich bin zuversichtlich meine Leistungen noch steigern zu können. Es waren 4 harte Tage aber gleichzeitig auch eine tolle Erfahrung sich schon so früh im Jahr mit den weltbesten Athleten zu messen.




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