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  • Emanuel Zangerle

EM, Weltcups & mehr

Aktualisiert: 5. Sept 2019



Nach dem Rumänien-Türkei Abenteuer stand am 14. Juli der Weltcup in Les Gets/Frankreich an. In jedem Training der vorigen Wochen war ich voller Motivation und wollte nochmals stark aufzeigen, nachdem ich bei den österreichischen Meisterschaften unglücklich gestoppt wurde. Alles schien perfekt zu sein, die Form stimmte, ich hatte die nötige Spritzigkeit und fühlte mich auch vollständig erholt, was nicht immer der Fall sein sollte. (siehe unten)


Der Weltcup in Les Gets war neu, es wurde mit Streckendetails seitens der Veranstalter gespart und somit waren wir schon gespannt, wie wohl die Strecke aussehen wird. Nach einer langen Anreise ging es sogleich am nächsten Morgen auf die Strecke. Und ja..... sie unterscheidete sich merklich von den restlichen Weltcup Strecken. Mit zwei langen Anstiegen und "Blauen-Bikepark Downhills" würde es ein sehr schnelles Rennen werden. Gleichzeitig kamen mir aber diese langen Anstiege entgegen, glaube ich zumindest, denn durch eine Magen-Darm Infekt schaffte ich es nicht einmal bis zum Start und somit ging es erneut mit einer großen Enttäuschung nach Hause.


Nach ein paar Tagen Erholung ging es wieder ins Training, denn keine 2 Wochen später stand die EM in Brno/Tschechien an. Das Training im vorhinein war hart vielleicht auch ein wenig zu hart, denn selbst am Renntag waren die Beine noch ein wenig müde. Doch die Strecke in Brno überraschte im Positiven. Technische Abfahrten, kurze Anstiege und trotzdem rhythmisch, auch die tschechischen Zuschauer enttäuschten nicht. Nach einem soliden Start konnte ich schon einige Plätze gut machen, doch durch einen dummen Fehler schlitze ich mir den Reifen auf und so entwich immer mehr Luft aus dem Reifen. Zuerst glaubte ich, dass die Dichtmilch das Loch verschließt und fuhr deshalb mehrmals an den Tech-Zones vorbei, bis es zu spät war. Erneut nicht mein Tag. Aber diesmal war es allein mein Fehler, der mir so schnell nicht mehr passiert.



Schon 7 Tage später fand der Weltcup in Vald Di Sole statt. Anstatt, dass ich mich zuhause ausrastete, trainierte ich munter weiter, da ja bekanntlich viel viel hilft. Irrtum! Die Strecke war anspruchsvoll, machte aber unglaublich viel Spaß zu fahren. Mittlerweile war ich an Weltcup Rennen gewöhnt und spulte so meine übliche Routine bis zum Renntag ab. Dieses mal wollte ich beim Start alles auf eine Karte setzten. Von Position 113 durchquerte ich nach der ersten Runde auf Platz 75 die Ziellinie. Doch dafür bezahlte ich das restliche Rennen und verlor Platz für Platz. Schlussendlich endete ich nur auf dem 93. Platz. Es musste sich etwas ändern, denn die Leistung im Training konnte ich bisher nur selten bei den Rennen abrufen.



Mit einem zusätzlichen Ruhetag und einer früheren Anreise nach Lenzerheide hoffte ich auf eine Verbesserung. Dies sollte mein letzter Weltcup in meiner ersten Saison als U-23 Fahrer sein. Die Strecke kannte ich ja schon von der letztjährigen Weltmeisterschaft. Trotzdem ist Lenzerheide eine sehr technische Strecke, wo man sich jedes mal aufs neue akribisch seine Linien ansehen muss. Beim Rennen selbst fühlte ich mich endlich wieder besser und konnte an mein Limit gehen. Unabhängig von den Platzierung fehlte mir nämlich in den letzten Rennen oft der letzte Biss, denn ich an mir sonst immer so schätzte. Es wäre die letzte Möglichkeit für die Qualifikation in Canada gewesen, doch ein 88. Platz reichte dafür leider nicht. Dennoch war ich nicht ganz unzufrieden, denn endlich fuhr ich wieder ein Rennen, so wie ich es mir vorstellte.


Das letzte Rennen war in Sicht, C1 in Graz. Nach einem Trainingssturz am Dienstag und der mittlerweile spürbaren Erschöpfung von dem vielen Reisen, Training und Rennen, ging ich ohne Erwartungen in das Rennen. Der Kurs ist seit vielen Jahren der gleiche. Endlich musste ich bei diesem Rennen nicht mehr um das nackte Überleben kämpfen. Auch das übliche Startchaos konnte ich hier vermeiden, was auch der geringeren Teilnehmerzahl zu verdanken ist. Ich fand schnell meinen Rhythmus und machte Platz für Platz gut. Ein Rennen wie ich es mir schon lange wünschte, in den Anstieg konnte ich gut Tempo machen und die anderen unter Druck setzen, abwärts riskierte ich nicht zuviel und versuchte mich eher zu erholen. Mit Platz 8. in der Elite Kategorie, konnte ich diesen schwierigen Renn-block mit einem positiven Gefühl abschließen. Es war eine gute Generalprobe für die nächstjährige EM, die dort stattfindet.


Erschöpft von den letzten Wochen, rührte ich mein Rad für die nächsten 5 Tage nicht an, was mir erstaunlich leicht fiel. Es war einfach mal schön sich anders zu beschäftigen bevor es noch einmal hieß "Gas geben". Denn im September stehen neben 2 XCo-Rennen, noch das bekannte Stage Race Epic Israel an. Darauf freue ich mich schon besonders. Im 2er- Team gilt es in 4 Tagen knapp 350 km und 4030 hm im Gelände zu bewältigen. Eine neue Herausforderung.







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