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  • Emanuel Zangerle

3 Flüge, 2 Länder, 2 Rennen in 24 h

Aktualisiert: 2. Sept 2019


Bei einer gemütlichen Trainingseinheit erzählte mir Gregor Raggl (Möbel Märki MTB Team) von einem etwas abenteuerlichen Vorhaben. Er wollte an einem Freitag nach Rumänien reisen, dort am Samstag ein C1 Rennen fahren, in der Nacht nach Istanbul fliegen um am nächsten Tag das dortige C1 Rennen bestreiten. Es klang ein wenig verrückt und ich war skeptisch, ob das funktionieren könnte, doch ehe ich mich versah, saß ich mit ihm in einem Flieger nach Rumänien.


Die Reise von München nach Bukarest und weiter nach Campulung dauerte und so kamen wir erst am Abend auf die Strecke, diese stellte sich aber zum Glück alles andere als langweilig heraus. Steile Anstiege gefolgt von steilen Abfahrten und trotzdem fand man schnell seinen Rhythmus. Nach 2 Runden war dann aber auch schon Schluss, da es zu dunkel wurde. Unser Hotel wurde den "rumänischen" Bedingungen gerecht und wir waren beide froh nicht alleine dort übernachten zu müssen. Zu unserem Glück hatte Gregor vor Ort gute Kontakte, was alles ein wenig einfacher machte. Nach einer halbwegs erholsamer Nacht, erwartet uns schon die nächste Überraschung: das Frühstück. Ein Korb mit trockenem Weißbrot und ein wenig Marmelade. Doch wir hatten zum Glück schon mit solchen Situationen gerechnet und konnten uns sozusagen völlig autark versorgen (Reiskocher etc.). Hingegen war das Event top organisiert und so stand einem erfolgreichem Rennen nichts mehr im Wege. Das Starterfeld war überschaubar, was aber auch der Grund war, weshalb wir nach Rumänien reisten. Das Ziel war endlich wertvolle UCI Punkte mit nach Hause zu bringen und dementsprechend ging ich auch nicht das letztes Risiko in den Abfahrten ein. Nach 1.35h überquerte ich somit als 5. die Ziellinie, was mich durchaus zufriedenstellte.


Ehe wir uns versahen waren wir aber schon im nächsten Rennen gegen die Zeit, denn vom Zieleinlauf bis Abflug nach Istanbul blieben uns knappe 3,5 h, wobei allein die Autofahrt über 2h dauern sollte. 40 Minuten nach Zieleinlauf saßen wir also abfahrtbereit im Auto. Diese 40 Minuten beinhalteten die Siegerehrung (Gregor hatte gewonnen,Gratulation!), ein kurzes Ausfahren, das Bike wieder zerlegen und in den Radkoffer packen und zu guter letzt eine Katzenwäsche. Auch die laut Navi benötigten 2:20h schafften wir in unter 1:50h und es schien als ob wir das nötige Glück hätten. Doch es wäre ja langweilig, wenn alles perfekt nach Plan laufen würde, deshalb informierte uns ein Stewardess kurz vor Abflug, dass eine Gepäckstück von uns nicht geladen wurde. Somit begann nach der Ankunft in Istanbul das Bangen. Was fehlte wohl ? Zu unserem Glück war es "nur" der Koffer von Gregor und beide Bikes waren angekommen.


Nach knappen 5h Schlaf klingelte dann auch schon wieder der Wecker und ich fragte mich wie ich in 3h Stunden ein Rennen starten sollte, wenn ich es gerade einmal zu dem Frühstücksbuffet schaffte. Doch wir hatten keine Zeit großartig darüber nachzudenken. Frühstücken, Räder zusammenbauen, zum Renngelände fahren, auch ausfahren, einfahren und Streckenbesichtigung mussten in ein Zeitfenster von 20 Minuten passen und dann fiel auch schon wieder der Startschuss. Nach erneuten 1:35h kam ich dieses Mal völlig erschöpft auf einem 14. Platz in das Ziel und war zuerst ziemlich enttäuscht. Doch der zeitlicher Abstand zu Gregor (er gewann erneut, Gratulation!) und die Wattwerte waren annähernd gleich zum Vortag, was mich bei diesen Umständen doch ein wenig überraschte. Somit hatte ich innerhalb von 24 Stunden 22 UCI Punkte eingefahren, was kein schlechter Start war, um sich auf der Weltrangliste zu etablieren.


Dieses mal hatten wir keinen Stress unseren Flug zu schaffen und nach einem leckeren Essen in Istanbul machten wir uns auf den Weg nach Hause. Es waren zwar 3 kurze Tage, in denen ich aber sehr viel gelernt habe,auch was abseits der Rennen anbelangt. Vielen Dank nochmals an Gregor der mich bei diesem Abenteuer mitgenommen hat.

Der Fokus liegt jetzt bei den nächsten Weltcups und der Europameisterschaft.




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