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  • Emanuel Zangerle

2 Weltcups in 2 Wochen

Aktualisiert: 28. Mai 2019


1. Weltcup Albstadt:


Mein erster richtiger Weltcup stand an, nicht "so ein" Junior World Series Rennen, sondern mein erster richtiger Weltcup. Die Besten von der ganzen Welt und ich mitten drin.


Am 15. Mai reisten wir mit dem Österreichischen National Team nach Albstadt (DE). Das Wetter war, wie mittlerweile schon gewohnt, kalt und nicht immer trocken.

Über die Strecke wurde schon viel spekuliert, denn in den Social Medias gab es von einigen Top-Fahrern schon starke Kritik über die neue Streckenführung. Zu wenig technisch, zu unspektakulär, zu wenig Wurzeln - und ich muss zugeben, die Bilder vermittelten nicht wirklich einen besseren Eindruck. Diese glichen nämlich mehr einem einfachen Schotter-weg.


Da ich selbst aber noch nie ein Rennen in Albstadt bestritten habe, kann ich nicht darüber urteilen, ob es davor besser war. Als wir am nächsten Tag unser erstes Training auf der Strecke absolvierten, konnte ich der teilweisen harten Kritik aber nur zum Teil recht geben. Ja die Strecke hatte kaum technische Passagen und Ja es wurde mit zuviel Schotter gearbeitet, als Cross-Country Fahrer stellt man sich wahrscheinlich eine Paradestrecke anders vor. Doch ich konnte mich auch sofort mit der neuen Streckenführung anfreunden. Der Weltcup wird schnell werden, sehr schnell, trotzdem war es aber auch flüssig zum fahren.


Die Betreuung durch das Team war perfekt und bald der Renntag auch schon da. Start 14:30 - an solchen Tagen vergeht die Zeit oft sehr zäh, darum ging ich noch am Vormittag eine lockere Runde "rollen". Ich fühlte mich stark, was in den letzten Tagen eindeutig nicht so war. Ich wusste nicht an was es lag, doch fühlte ich mich schon seit Wochenanfang kraftlos. Jeden Tag aufs neue wollte ich mein Bestes geben, doch mein Körper streikte förmlich. Vielleicht war es die Matura die mich im nachhinein schlauchte, aber vielleicht auch die Erkältung, die ich nach dem Rennen bekommen sollte.


Aber nun zurück - 14.30 - Startschuss. Mit Startplatz 148 waren meine Erwartungen nicht allzu groß. Das Anfangstempo war höllisch, man fuhr förmlich um sein Leben aber hatte immer noch das Gefühl Letzter zu sein. Erst in der dritten Runde gelang es mir einen kurzen Blick auf den Zielbogen zu werfen, wo meine Platzierung eingeblendet wurde, 106. Sch***, ist das weit hinten, doch was hatte ich mir erwartet, einfach mal so 100 Fahrer überholen, die alle das gleiche Ziel hatten? Doch plötzlich sah ich einen Team-Kollegen, ich hatte ein neues Ziel vor Augen. Ich kam förmlch in ein "Runners-High, halt nur für Radfahrer. Ich konnte Platzierung um Platzierung gut machen und beendete das Rennen völlig erschöpft, als bester Österreich auf Platz 77. (18. in meinem Jahrgang). Für mein Weltcup-Debüt nicht so schlecht - empfand ich.



2. Weltcup Nove Mesto:


Nach einem zweitägigen Zwischenstopp zuhause, ging es schon wieder los. Dieses mal in die andere Richtung. Doch meine Laune war nicht gerade rosig, ich hatte erneut eine Erkältung und reiste somit mit einem schlechte Bauchgefühl an.


Von dem Weltcup in Nove Mesto (Tschechien), schwärmten viele Fahrer. Die Strecke, die Fans - es hörte sich nach einem großartigen Event an. Aber wie schon in Albstadt und zuhause, hatte auch uns das Wetter in Nove Mesto nicht vergessen. Kalt und nass, doch der Wetterbericht meldete vielversprechendes für das Wochenende. Obwohl die Strecke bei unserem ersten Training noch recht nass war, konnte man ohne größere Schwierigkeiten alle technischen Passagen befahren. Was der Streckenführung in Albstadt fehlte, machte Nove Mesto gut. Rockgardens, Wurzelteppiche, Sprünge, Anlieger - einfach alles was das Mountainbikerherz höher schlagen lässt. Es war fast verlockend, die ein oder andere Runde mehr zufahren.


Wie schon die Woche zuvor, war auch hier die Betreuung durch das österreichische Nationalteam perfekt. Die Zeit verging wie im Flug und so stand ich auch schon wieder an der Startlinie. Genau genommen stand ich wahrscheinlich 70 Meter dahinter, denn diesmal trennten mich nicht 147. sondern 151. Konkurrenten von der Startlinie. Persönlich glaube ich zwar nicht, dass das noch eine große Rolle spielt, doch durch die vielen technischen Passagen und die engere Streckenführung, war es viel schwerer, Plätze gut zumachen, als die Woche zuvor. Somit verpasste ich die letzte Runde um 15. Sekunden (80%-Regel), was mich im ersten Moment sehr ärgerte, doch es war einfach nicht mehr drin. Als zweitbester Österreicher landete ich somit nur auf Platz 93.


Doch es gab auch Positives . In den vergangen zwei Wochen sammelte ich sehr viel neue Erfahrung. Es gibt viele Dinge, die ich noch lernen und verbessern kann, auch abseits vom Rad. Somit starte ich motiviert in die Vorbereitung für die Österreichische Meisterschaft.





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