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  • Emanuel Zangerle

Österreichische - Staatsmeisterschaften

Aktualisiert: 5. Juli 2019



Staatsmeisterschaften und Krankenhaus passen nicht wirklich gut zusammen, doch alles der Reihe nach.


Nach meinem endgültigen Schulabschluss am Ende letzter Woche, war die Vorfreude auf die ÖM riesig. Die letzten 4 Schuljahre waren nicht immer einfach und haben mich viel Nerven gekostet. (wahrscheinlich meinen Eltern noch mehr ;) ). Aber Bildung geht nun mal vor. Nach den letzten Trainingseinheiten startete ich mit einem klaren Ziel vor Augen in das Wochenende, ich wollte um den Titel mitfahren.


Die Strecke war sehr trocken und schnell. Aufgrund einiger langen Geraden würde es auch ein wenig taktisch zugehen aber ich fühlte mich wohl. Nach der Streckenbesichtigung am Samstag, schlief ich somit mit einem guten Gefühl ein. Über die Nacht kühlte es ein wenig ab und es herrschten am nächsten Tag angenehme 20 Grad, was mir zugute kam. Ich war überraschend sehr ruhig, was mich fast schon wieder beunruhigte, da ich das selbst gar nicht so von mir kannte. Doch ich wusste, dass meine Beine schnell waren und die Vorbereitungen optimal liefen und so ertönte auch schon um 14:30 der Startschuss.


Die Startrunde versuchte ich ein wenig defensiver anzugehen und erst kurz vor dem Schluss-Downhill zu attackieren, was mir auch gut gelungen ist. Somit überquerte ich die Ziellinie als Erster, doch es war erst der Anfang von 6 anstrengende Runden, die folgen sollten. Das Rennen gestaltete sich wie erwartet taktisch und wir konnten uns als eine vierköpfige Spitzengruppe leicht absetzten. Jeder tastete mal kurz die Form seiner Konkurrenten ab, jedoch traute sich noch keiner so früh alleine vom restlichen Feld abzusetzen. Nach zwei Runden lag ich mit etwa 5 sec. Rückstand auf Position 2. Es schien alles perfekt nach Plan zulaufen. Nach hinten wurde der Abstand immer größer und meine Beine fühlten sich noch frisch und spritzig an. Doch der Schein trügt, in der 3. Runde sollte der Rennverlauf eine unvorhersehbare Wendung nehmen. In einem Downhill hörte ich zuerst Carbon brechen und im nächsten Moment sackte auch schon mein Arm nach unten. Mir war sofort klar, dass eine Top-Platzierung mit einem gebrochenen Lenker für mich gelaufen ist. Der folgende Sturz wäre wohl kaum zu vermeiden gewesen, aber die Stelle war für einen Lenkerbruch einigermaßen akzeptabel, da das Gelände nur aus Waldboden bestand. Der erste Gedanke nach dem Sturz war, auf und weiter, doch schnell wurde mir bewusst, das hier für mich endgültig Endstation ist. Es wäre sinnlos gewesen mit dem Rad in die nächste Tech-Zone zulaufen, da wir auch dort keinen Ersatzlenker hatten.


Nach dem ich meinem Frust und Aggressionen freien Lauf ließ und mein Equipment (Helm,Brille,..) erfolgreich im Wald verteilt hatte, besonn ich mich wieder und wollte mich auf den Weg ins Start/Ziel machen. Doch als ich aufstehen wollte, gab mein Fuß wieder nach. Ich probierte es noch einmal und noch einmal, irgendwas stimmte nicht. Aber ich verspürte auch keinen Schmerz. Mittlerweile war auch die Rettung da und half mir zum Rettungszelt im Zielgelände. Der am Anfang vermutete Knochenbruch, konnte zum Glück recht schnell dementiert werden und so gab es nur noch im Krankenhaus abzuklären, ob nichts mit den Bänder und Sehnen vorlag. 2 Stunden später wussten wir mehr außer einer starken Prellung und sonstigen kleinen Wehwehchen, kam ich recht heil davon. Sozusagen Glück im Unglück.


Im ersten Moment war der Frust natürlich groß, doch zum Glück ist nicht mehr passiert und in ein paar Tagen werde ich vielleicht schon wieder auf dem Rad sitzen. Das Rennen stellte mit Sicherheit einen Höhepunkt der heurigen Saison dar und endete alles andere als geplant. Doch die Form stimmt und die Motivation ist größer als je zuvor, deshalb auskurieren, weitertrainieren und bei dem nächsten Rennen aufzeigen. Es war nicht die erste Enttäuschung und wird bei weitem auch nicht die Letzte bleiben. Oft trügt der Schein nach außen, denn bei keinem läuft alles nach Plan und der Weg nach oben wird noch viele Höhen und Tiefen haben.

Gratulation an den Staatsmeister Wimmer Florian.




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